Bundesweites Projekt „Empowered by Democracy“ setzt auf politische Bildungsarbeit mit jungen Geflüchteten

„Wie wollen wir in einer Migrationsgesellschaft zusammenleben?“ Das bundesweite Projekt „Empowered by Democracy“ sucht die Antworten in der politischen Bildungsarbeit mit jungen Menschen, die eine Fluchtgeschichte haben. Am Freitag fiel in Berlin der Startschuss für das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ geförderte und bislang einzigartige Projekt der bundesweit agierenden Träger der politischen Jugendbildung.

Dr. Ralf Kleindiek, Staatssekretär im BMFSFJ, wertete die Initiative als „wichtiges Signal, um junge Geflüchtete und die Gesellschaft insgesamt zu stärken“. „Viele Angebote der Flüchtlingshilfe konzentrieren sich auf den kulturellen, sprachlichen oder sportlichen Bereich.“ Die gesellschaftspolitische Bildung sei ein Thema, das man angehen müsse, so Kleindiek. Das bundesweite Projekt „Empowered by Democracy“ setzt genau hier an.

Politik hat etwas mit mir zu tun

Das Projekt schafft Bildungs- und Begegnungsräume, in denen Jugendliche mit und ohne Fluchthintergrund politische Themen aus ihrem Lebensumfeld diskutieren. Jugendbildungsreferent*innen aus derzeit rund 30 Einrichtungen bieten dazu in Seminaren und Workshops den Rahmen. Wer möchte, kann anschließend selbst als Peer-Trainer*in eigene Projekte umsetzen. „Es geht darum, neue Ideen für das demokratische Miteinander zu entwickeln“, so die Vorstandsvorsitzende des Bundesausschusses Politische Bildung, Barbara Menke.

Welche Voraussetzungen dazu geschaffen werden müssen, diskutierten die Bildungs- und Migrationsforscherin Prof. Sabine Achour, Asem Alsayjare von der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern, Bundestutorin Hanna Lorenzen von der Evangelischen Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung sowie Andreas Tölke vom Verein Be an Angel. Dabei wurde die Bedeutung der politischen Bildung für die Teilhabechancen von Jugendlichen mit Fluchthintergrund hervorgehoben. Aufgabe der Jugendbildung sei es zudem, allen jungen Menschen die politische Sprache näher zu bringen.
Gut vernetzt für ein gemeinsames Ziel
Für das Projekt kooperieren die beteiligten Verbände mit Einrichtungen der Flüchtlingshilfe, Selbstorganisationen von Migrant*innen und Geflüchteten, Akteuren des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ sowie mit der Kinder- und Jugendhilfe. Träger von „Empowered by Democracy“ ist der Bundesausschuss Politische Bildung. Die Umsetzung ermöglichen die Arbeitsgemeinschaft katholisch-sozialer Bildungswerke, der Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten, der Bundesarbeitskreis ARBEIT UND LEBEN, die Evangelische Trägergruppe für gesellschaftspolitische Jugendbildung sowie der Verband der Bildungszentren im ländlichen Raum.

Weitere Informationen sowie aktuelle Termine gibt es unter:
www.empowered-by-democracy.de

Die Aktuell-Meldung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zur Auftaktveranstaltung des Projektes „Empowered by Democracy“  finden Sie hier.

Die Pressemitteilung als Download finden Sie hier.

Dr. Ralf Kleindiek mit den Mitgliedern der Steuerungsgruppe des Projektes „Empowerment by Democracy“© BMFSFJ
Barbara Menke bei der Auftaktveranstaltung des Projektes „Empowerment by Democracy“© BMFSFJ
Dr. Ralf Kleindiek bei der Auftaktveranstaltung des Projektes „Empowerment by Democracy“© BMFSFJ